Mittwoch, 13. Mai 2009

Bei der Arbeit

Ich wollte es ansich vermeiden, über meine Arbeit zu sprechen, aber die Leute sind so spektakulär, dass ich es einfach zu diesem Zeitpunkt nicht der Öffentlichkeit vorenthalten will.
Ich bin Call Agent bei einer bekannten technischen Firma und beantworte Anfragen mündlich (selbstverständlich) und schriftlich.
Zuerst habe ich eine schriftliche Standard Anfrage sauber beantwortet an einen möchtegern Crack, scheint aber eher, dass er Crack nimmt, denn er meinte doch tatsächlich, dass ich meinen Nachnamen erfunden hätte, mit dem ich unterschreibe. Er meinte, dass er das unhöflich findet, und falls das doch mein Nachname sei, dass er sich entschuldige und auch er einen Nachnamen trägt, der nicht allzu gewöhnlich ist, "so hat jeder sein Päckchen zu tragen". Ich antwortete ihm natürlich, dass ich die Entschuldigung gerne annehme und dass mein Name mich beim besten Willen nicht stört. Das "Du vollkommener Vollspast" musste ich leider weglassen, denn ich würde gerne meinen Job behalten. Wer meinen Nachnamen kennt, der weiß, dass das kein Name ist, der einem gerade so einfallen würde, oder den man wählen würde. Was die Leute so denken...Zudem konnte er nicht mal den technischen Hinweis umsetzen, den ich ihm gegeben habe. Möge er dafür sein rechtes Bein verlieren....Hätte mit "Homer Simpson" unterschreiben müssen...
Jetzt hatte ich heute einen Anruf von einer Frau, einer alten Frau. Als ich mich meldete, da kam mir ein Piepston entgegen, als würde Sie mit einem Fernmeldegerät, auf dem Kaiser Wilhelm höchstpersönlich noch telefoniert hat, anrufen. Dass ich keinen Hörsturz erlitten habe, das weiß nur Gott. Aber ich dachte mir, ich bin freundlich und sage ihr nicht sie solle nochmal anrufen und vorher nochmal ihre Verbindung checken, nein, ich wieß sie lediglich darauf hin, dass ich sie ganz schlecht verstehe, aber ich mich bemühe ihr zu folgen. Nach mehrmaligen Fragen, verstand ich schließlich ihren Namen und konnten den Datensatz der blöden Sau aufrufen. Um Ihr das gewollte aushändigen zu können, musste Sie mir ihre Adresse nennen, denn schließlich muss ich überprüfen, ob ich es auch mit der Person zu tun habe, die anruft. Als ich Sie nach Ihrem Wohnort frage, dann sagt doch die vollkommene dumme Schachtel, dass ich ihr den nennen müsse. Ich frage sie, ob sie denn noch ganz sauber sei (vielleicht war es auch ein anderer Wortlaut) und frage sie, wie sie denn auf die Idee käme, den Spieß rumzudrehen. Sie meinte zu mir, dass sie sich ja nicht sicher sein kann, bei wem sie anrufe. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich einfach den Computer ausmachen müssen, vom Stuhl aufstehen müssen und das Telefon dermaßen hart gegen die Wand knallen müssen, dass die Erdkugel aus Ihrer Umlaufbahn entglitten wäre. Aber ich bleib ruhig. Ich fragte sie auch nach Ihrer Straße und Geburtsdatum, in der Hoffnung, sie würde es jetzt checken. Zur Erinnerung, der Tinituston war immer noch da. Sie verstand es aber immernoch nicht und fragte mich wiederum, woher sie denn wisse, dass sie auch auf der richtigen Nummer anrufen würde. Dann sagte ich zu ihr, dass sie gerne auflegen kann und nochmal anrufen soll. Als ob wir unsere Nummer zum Spaß auf unsere bekannte, ständig aktualisierte Homepage schreiben würden. Schließlich lief es darauf hinaus, dass ich ihr nicht weiterhelfen konnte, einfach, weil sie zu bleed war.
Ich werde meinen Kopf wohl noch nächste Woche schütteln, das lenkt wenigstens vom Piepston ab...

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